Schädlich…

Januar 31, 2009

…sind laut Google sämtliche Suchergebnisse, zumindest waren sie das Heute Nachmittag.

Die Ursache…

…ist die Liste mit Bruchstücken schädlicher URLs, die Google offenbar führt, und gegen welche alle Suchergebnisse geprüft werden. Aufgrund eines `menschlichen Fehlers` hat beim heutigen Update ein einzelner Slash (`/`) seinen Weg in die Blacklist gefunden – ein leider nicht seltener Bestandteil vieler gültiger URLs, vor welchen als Folge lauthals gewarnt wurde. Vollkommen unabhängig davon, ob nun Google selbst, die Wikipedia oder eine beliebige andere Seite das Ziel war, jede Webseite `kann ihren Computer beschädigen` und jeder Besucher bekam die Google-eigene Vorschaltseite vorgesetzt, auf der ausdrücklich vor dem Besuch der betreffenden Seite gewarnt wird. Nun, generell mag ja gesunde Vorsicht im Internet angebracht sein, besonders, wenn es sich um Google handelt…

…und die Wirkung…

…war letztlich nicht nur ein leichter Image-Verlust seitens Google und verwunderte, zuweilen entsetzte Äusserungen einiger Google-User in diversen Boards. Auch die Webseite des gemeinnützigen Projekts StopBadware.org, mit dem Google kooperiert, wurde für Stunden ausser Gefecht gesetzt – der Grund dafür war ein Link auf StopBadware, der auf der zwischengeschalteten Warnseite zu finden war und weiterführende Informationen versprach. Angesichts dessen, dass es wohl einige Besucher interessiert hat, warum die Webseiten ihrer Bank oder die Wikipedia urplötzlich ihren Computer gefährden sollen, war StopBadware.org in Folge einem typischen – nur `etwas` stärkeren – Slashdot-Effekt ausgesetzt, einem Besucheraufkommen, mit dem die Betreiber wohl schwer rechnen konnten.

Generell scheint fraglich…

…in wie weit die Erkennung `böser` Seiten seitens Google überhaupt wünschenswert ist – und das nicht erst seit diesem Vorfall. Jeder sollte wissen, dass man seinen Browser und die verwendeten Plugins auf dem neusten Stand halten sollte und von bestimmten, nicht näher zu erwähnenden Browsern, die in der Vergangenheit immer wieder durch über längere Zeit offene und währenddessen auch aktiv ausgenutzte Schwachstellen aufgefallen sind, Abstand nehmen soll – nicht weniger klar ist, dass man das seltsam anmutende Binary, welches einem eine Webseite automatisch zum Download anbietet, nicht herunterladen und schon gar nicht ausführen sollte. Für viele User ist dies selbstverständlich – für alle anderen besteht eine Gefahr ähnlich derjenigen bei der Verwendung von Malwarescannern oder Desktop-Firewalls: Aus einer Implikation kann stillschweigend eine Äquivalenz angenommen werden; warnt Google, ist die Webseite vermutlich `böse` (was man auch immer darunter verstehen mag…), warnt Google allerdings nicht, bedeutet dies selbstverständlich nicht, dass man nun jedes Binary, das einem die Webseite anbietet, blind herunterladen und ausführen soll. Ausserdem besteht die Gefahr einer `Brandmarkung` von Webmastern und ihren Webseiten durch falschpositive Treffer – was das bedeutet, muss nach dem heutigen Vorfall vermutlich nicht näher erörtert werden.


1337 XOR Elite

Dezember 6, 2008

…wobei sich dieser Artikel nicht um 13375p34k (Leetspeak) drehen soll, sondern viel eher um die 1337crew (oder neu auch 1337-crew, da wohl die SLD 1337crew unter der TLD `to` schon vergeben war, und die Befürchtung umgeht, die frühere `info`-Second-Level-Domain könnte deaktiviert werden). Hinter dieser zweifelsohne kindischen Bezeichnung verbirgt sich eine Community, die zumindest zu einem grossen Teil aus Personen mit dunklen Hüten und Skript-Kiddies besteht. Neben einigen wenigen durchaus legitimen Themen finden sich vor allem Anfragen von Skript-Kiddies, wie man $seite `hacke` (auch ich hatte vor einiger Zeit einen Fan dort), wie man $malwarebaukasten bediene oder wie man die damit erstelle Malware vor Malwarescannern verstecken könne. Zur Anonymisierung steht unter anderem eine eigene Tor-Node zur Verfügung, samt Anleitung, wie man Tor angeblich dazu bringt, statt des üblichen Circuits aus 3 Nodes nur die 1337crew-Node zu verwenden (dass dies das grundlegende Konzept von Tor – dass die Anonymität niemals auf dem Vertrauen zu einer einzigen Autorität beruhen darf – untergräbt, sollte klar sein. Ich will nicht behaupten, dass die 1337crew-Node loggt; wenn sie es aber – aus welchem Grund auch immer – täte, dann würden sämtliche Informationen anfallen, die zur De-Anonymisierung der Nutzer notwendig sind).

Von `hochwertigen Angeboten`…

Es wäre jedoch falsch zu glauben, die Community bestünde nur aus Skript-Kiddies – eine andere, wesentlich unschönere Seite sind die `hochwertigen Angebote`. Hier werden gestohlene Kreditkartennummern von Privatpersonen, Malware-Generatoren, gestohlene Accounts, Keys für diverse Spiele und ähnliches verkauft. Auch kann man das Botnetz von 13speedtest37 für DDoS-Attacken `mieten`.
Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, habe ich für vieles Verständnis, nur nicht für solcherlei Handel. Und für die Verbreitung von Malware auch nicht – wobei es zum Glück (oder leider, das hängt ganz vom Standpunkt ab) bei Baukasten-Malware immer noch sehr populär ist, zur Übertragung der gestohlenen Daten nicht verschlüsselnde Protokolle wie FTP oder SMTP zu nutzen – und das meist nicht als Drop-Box. Wenn da rein zufällig ein Netzwerksniffer läuft…

…und dem Umgang mit Kritik

Das Botnetz des Inhabers ist freilich nicht nur da, um vermietet zu werden – nein, auch gegen die Kritiker (ob nun sachlich oder nicht, sei dahingestellt) der Crew, respektive gegen die Server, die deren Webseiten ausliefern, werden DDoS-Attacken gefahren. Opfer war erst dug-portal.com, wohl weil ein Mitglied einen abfälligen Kommentar bei newsbox.cc eingestellt hatte (in der Folge war auch newsbox.cc `temporär überlastet`). Im Verlauf des Werbethreads im G:B, der in einen Diskussionsthread ausartete, wurde erst onesworld und etwas später – komischerweise kurz nach einem Post von Mati, der einen Link zu FreiBrief.net in seiner Signatur stehen hatte – auch YourFTP (unbeteiligt; das ist aber egal, schliesslich war FreiBrief.net darauf gehostet) seltsamerweise Opfer von DDoS-Attacken – aber das war wohl nur ein seltsames Zusammentreffen unglücklicher Umstände…

DDoS Mania…

Der kritische Thread liegt nun schon einige Wochen zurück. Ob YourFTP jemals zurückkommt, steht in den Sternen – wobei man fairerweise anmerken muss, dass das nach eigenen Angaben nicht nur mit der DDoS-Attacke in Verbindung steht. onesworld ist wieder da, FreiBrief.net war einige Zeit bei CroneKorkN auf einem Homeserver gehostet, wo auch alles glatt lief – doch wenige Stunden nach dem Umzug auf einen neuen Webspace gingen die Angriffe wieder los, wobei die angeforderten URIs darauf schliessen lassen, dass ein gewisser Administrator der 1337crew wohl auf die etwas kritischen, zuweilen leicht sarkastischen Posts CroneKorkNs im Ankündigungsthread auf FreiBrief aufmerksam wurde. Seit jenem Tag ist ein ständiges auf und ab – zeitweise lassen die Attacken nach, einige Stunden später sind die Zombies wieder da – gang und gäbe.

Update: 13speedtest37 hat seine Angriffe unter der Voraussetzung, dass einige von CroneKorkNs Posts, die wohl zugegebenermassen etwas über das Ziel hinausgeschossen sind, entfernt werden, eingestellt.


Designfehler von CCF 3.0…

Oktober 25, 2008

…wurden vor einigen von Lukas und laxity untersucht und veröffentlicht (an dieser Stelle sei angemerkt, dass keine direkte Gefahr für diejenigen besteht, die den Container zum Schutz ihrer Links eingesetzt haben. Es gibt momentan keinen öffentlichen Decoder dafür, und die Autoren des Artikels haben keine Intention, einen solchen zu veröffentlichen).

Eine Ergänzung…

meinerseits: Der Cipher ändert die Daten nicht mehr, sobald des niederwertigste Byte des Schlüssels einmal 0×00 ist. In diesem Fall findet in jedem Schritt eine Bitrotation der Schlüssels um 0 statt und die Daten werden mit 0×00 XOR-Verknüpft. Beides hat offensichtlich keine Änderung des inneren Zustandes mehr zur Folge und die Ausgabe entspricht fortan der Eingabe.
Schwach sind nun die Schlüssel, die nach wenigen Durchläufen diesen Zustand erreichen. Die triviale Lösung ist natürlich ein Schlüssel, der zu Beginn schon in dieser Form vorliegt, mit einem low-Byte von 0×00 (was im Artikel genannt wurde). Ebenfalls ungut ist aber z.B. der Schlüssel `00 ?? ?? 08`. Die erste Bitrotation (Links, um 8 Bit) wird den Schlüssel in `?? ?? 08 00` überführen, womit der Endzustand wiederum erreicht wäre. Ähnlich beim Schlüssel `?? ?? 02 01` – hier wird das das letzte Bit bei der ersten Rotation (Rechts, um 1 Bit) ans andere Ende des Keys rotiert, das letzte 0-Bit des nächsten Bytes (02) rutscht nach. In Binärdarstellung – vor der ersten Rotation:

???????? ???????? 00000010 00000001

…und danach:

1???????? ???????? ?0000001 00000000


RapidShare und die `armen` Leecher

Juli 11, 2008

RapidShare.com ist böse, Müll und überhaupt irgendwie schlecht – zumindest, wenn den `armen` Leechern mit dynamisch vergebenen IP-Adressen glauben darf.

Von glücklichen Stunden und Katzen…

Hintergrund dieser `Kritik` ist, dass RapidShare in den letzten Wochen das Hund- und Katzspiel mit Captchas leid geworden ist. Nach den verzerrten Katzencaptchas, die immerhin einige Wochen hielten, kam kurze Zeit ein tEABAG_3D-Derivat zum Einsatz, wessen Status einige Tage zwischen den Extrema `per OCR erkennbar` und `für Menschen nicht lesbar` schwankte. Nicht unerwähnt sollten die zu dieser Zeit aktiven `Happy Hours` bleiben – immerhin 16 Stunden am Tag kamen überhaupt keine Captchas zum Einsatz. RapidShares Plan war wohl, die extreme Bandbreitenauslastung während des Ansturms in den frühen Abendstunden durch Verlagerung der Free-User-Aktivitäten in Zeiten schwächerer Auslastung abzufangen. Dieses Unterfangen wurde aber durch automatisierte Erkennungsmethoden für die Captchas vereitelt – der verbotene Apfel musste zwingend gepflückt und gegessen werden, die täglich verbleibenden 8 Stunden mussten dringend auch zur automatisieren Generierung von Traffic ausgenutzt werden.

Aus dem Paradies vertrieben…

Dass RS.com dieses Spiel nicht ewig mitspielen wird, war abzusehen. Vor einigen Tagen wurde statt eines Captchawechsels eine neuartige Massnahme ergriffen – die Geschwindigkeit für Free-User wurde auf 500 Kilobit (ca. 63KiB) pro Sekunde gedrosselt, dafür entfallen die Captchas sowie die Wartezeit nach jedem Download. Unter den deutschen Leechern mit ihren dynamisch zugewiesenen IP-Adressen machte sich sehr schnell Unmut breit. Man brauche jetzt viel länger für die neuen Urlaubsfilm-BluRay-Discs, da man nicht mehr ununterbrochen mit 16 Megabit pro Sekunde laden könne. Dass man früher eigentlich mehr als zwei Stunden nach jedem 100MiB-Download hätte warten müssen, und dass die knappen 30 Minuten, die man als Free-User nun für 100MiB braucht, verglichen damit durchaus human sind, braucht keiner zu wissen. Schliesslich konnte man die Wartezeit durch ein Neuaufbauen der DSL-Verbindung und den damit verbundenen IP-Wechsel abkürzen.

…oder auch nicht?

Freilich hat nicht jeder eine dynamisch zugewiesene IP-Adresse. In vielen Ländern sind IP-Adress-Pools so gut wie unbekannt. Da zeigte das alte System sein wahres Gesicht – schön, wenn man für 5 Minuten die DSL-Leitung glühen lassen konnte, unschön, dass man danach einige hundert Minuten warten musste. Für all jene, die das alte System nicht ausgetrickst haben – etwa, weil es aufgrud einer fixen IP-Adresse nicht möglich war – stellt das neue System eine deutliche Verbesserung dar. Ausserdem bringen im neuen System auch Downloads von Premium-Usern Punkte, was den Uploadern sicherlich gefallen dürfte.

Auch die Premium-User…

…wurden in den letzten Wochen mit einigen Neuerungen beglückt. Neben einer – nach kurzer Zeit wieder zurückgenommenen – `Vereinfachung der Trafficabrechnung`, welche zur Folge hatte, das pro Tag `nur` 10 GiB Traffic erzeugt werden durften (statt 50GiB beliebig über 5 Tage verteilen zu können), wurden auch Massnahmen gegen Accountsharing ergriffen. Während auch hier eine grosse Menge höchst sinnvoller Beschwerden von Personen kamen, die vorher – den AGB zum Trotz – Accounts geteilt haben, gab es doch auch begründete Kritik – da der Premium-Account 15 Minuten nach jedem Download gesperrt bleibt, hat eine Zwangstrennung der Verbindung seitens des Providers eine Verzögerung von bis zu 15 Minuten zur Folge. RS.com versuchte, diesem Problem durch Lokerung der Sperre für das jeweilige /24-Subnetz Einhalt zu gebieten. Da einige ISPs jedoch verschiedene /24er-Netze in ihrem DHCP-Pool haben, ist das Problem dadurch nicht endgültig gelöst.

Früher…

…war bekanntlich alles besser. Was wollen die Power-Leecher? Diese Frage ist einfach zu beantworten, die Antwort wird jedoch verständlicherweise ein Wunschtraum bleiben. Was einige wollen, ist ein System, dessen Limits man austricksen kann. Keiner will wirklich wieder Captchas und Wartezeiten nach jedem Download. Das `gute` alte System ist nicht so beliebt, weil es wirklich grosszügiger war, sondern, weil es seine Wirkung – zumindest im Lande der dynamischen IP-Adressen – nicht entfalten konnte – und diese Tatsache ist RS.com verständlicherweise ein Dorn im Auge.

Im Endeffekt…

…ist dieser Post uninteressant. Die Leecher wollen soviel wie möglich in möglichst kurzer Zeit gratis herunterladen. Punkt. Alles andere ist uninteressant.


«All packtets are equal…

Mai 21, 2008

…but some packets are more equal than others.»

Die Netzneutralität ist ein wertvolles Konzept, das in der heutigen Zeit immer weiter eingeschränkt wird. `Netzneutralität` bedeutet, dass sowohl ISPs als auch Carrier jedes Datenpackt gleich zu behandeln haben – insbesondere darf keine Filterung oder Priorisierung anhand des Inhalts, des Protokolls oder des vermuteten Anwendungsbereichs vorgenommen werden. Während Internetzensur ebendieses Konzept von der einen Seite bedroht, steht an der anderen Front die Anti-P2P-Lobby sowie einige ISPs wie Comcast, die versuchen, Pakete, die vermuteterweise mit einem Peer-to-Peer-Netz ausgetauscht werden, zu verwerfen oder zumindest stark zu limitieren. Das ist jedoch nicht alles – Sandvine, die Entwickler des Filtersystems, das unter anderem von Comcast eingesetzt wird, hat vor kurzem ein neues Produkt vorgestellt, `FairShare` genannt. Während die Pressenotiz von Sandvine nicht viel über die Funktionsweise von `FairShare` verrät, spricht Sandvines Paper `The Value of Traffic Optimization in a World with Network Neutrality` eine deutlichere Sprache.

A policy is applied to heavy users during periods of congestion to allow light users a fair opportunity to use the available bandwidth. This policy usually consists of traffic shaping action and/or traffic prioritization to limit the abusive traffic during the congestion period.

Folglich soll die Bandbreite derjenigen, die ihre bezahlte Flatrate stark auslasten, zumindest während den Spitzenzeiten eingeschränkt werden. Ihre Pakete werden niedriger priorisiert, ihre Übertragungsgeschwindigkeit limitiert. Dies soll, laut Sandvine…

By encouraging heavy users to shift their usage to off-peak times, bandwidth can then be divided fairly among users throughout the day. The overall effect is an improved user experience.

…den armen Usern helfen. Die Wirklichkeit sieht aber so aus, dass sich der ISP in seiner Mischkalkulation vetan hat – schon in der Vergangenheit wurden Fälle bekannt, in denen ISPs Kunden, die viel Bandbreite verbraucht haben, gekündigt haben. Ebenfalls ist die Frage nicht beantwortet, wie die Bandbreiteneinschränkung genau erfolgen soll – wird das über BitTorrent heruntergeladene Debian-Image niedriger priorisiert als der Download des neusten Kinofilms über einen One-Click-Hoster, unter Benutzung des HTTP-Protokolls? Und wie sieht es mit den meist mehr oder weniger sinnlosen YouTube-Streams aus – oder mit Video-Streams von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, z.B. über BBCs iPlayer, um einen Vorfall aufzugreifen, der sich im August letzten Jahres ereignet hat?


Der Handel mit Malware…

April 29, 2008

…an sich ist leider nichts neues. Relativ neu ist jedoch die Art, wie das Urheberrecht auf Malware durchgesetzt werden soll. Symantec hat sich den Lizenzvertrag des Malware-Pakets `Zeus` aus Russland genauer angesehen. Viel lesenswerter als die Bedingungen an sich…

Der Käufer:

  1. Hat kein Recht, das Produkt zu Zwecken zu verteilen, die nicht mit dem Kauf des Produktes in Zusammenhang stehen.
  2. Darf den Bot-Builder [Teil der Malware] weder disassemblieren noch dessen Binärcode analysieren.
  3. Darf das Control-Panel [Teil der Malware] nicht zur Kontrolle anderer Botnetze oder zu anderen Zwecken benutzen.
  4. Hat kein Recht, Teile des Produkts Anti-Virus-Unternehmen zukommen zu lassen.
  5. Stimmt zu, den Verkäufer für jegliche Updates zu bezahlen, sofern es sich dabei nicht um Fehlerkorrekturen handelt.

…ist die Beschreibung, wie die Rechte durchgesetzt werden sollen:

Im Falle einer Verletzung des Lizenzvertrages verliert der Kunde sämtliche Ansprüche auf technischen Support. Ausserdem wird der Binärcode des erstellten Bots sofort an Anti-Virus-Unternehmen geschickt.

…womit sich natürlich die Frage stellt, ob die Mitarbeit der Anti-Virus-Unternehmen nun gewünscht sei. Zum Einen wird damit gedroht, die Malware im Falle von Lizenzverletzungen einem dieser Unternehmen zukommen zu lassen, andererseits wird dies ausdrücklich untersagt. Es mag ja schon schwer sein, seine Urheberrchte auf vollkommen legale Produkte durchzusetzen – wie mag es dann in der selbsternannten `Szene` aussehen, wo jeder versucht, sich selbst auf Kosten anderer zu bereichern? Je nach Standpunkt düster, denn die Drohung hat offenbar nicht verhindern können, dass `Zeus` einige Zeit nach dem Erscheinen in diversen `Szene`-Boards getauscht wird.


`Im Löschrausch`…

April 13, 2008

…ist wohl eine passende Bezeichnung für das gegenwärtige Verhalten von RapidShare.com. Nachdem die Tatsache, dass man fremde Unternehmen Dateien direkt löschen liess, schon Wirkung zeigte, wurde nun auch RapidShare-eigener Content – genauer gesagt: der RapidGames-Mirror von `Frets on Fire` – gelöscht.

`Diese Datei darf nicht verteilt werden.` – warum sie dann auf RapidGames verlinkt ist, ist genauso fraglich wie die Auffassung, dass ein GPL-lizenziertes Spiel nicht verteilt werden dürfe…


Ein Aprilscherz…

April 2, 2008

…ist es leider nicht, dass die ISO am 1. April 2008 Microsofts `Office Open XML`-Format zur Standardisierung angenommen hat. So gibt es nun, da Microsoft auf keinen Fall auf die bestehende `Open Document Format`-Familie setzen wollte (warum auch, das könnte die Kompatiblität mit OpenOffice.org und anderen freien Office-Paketen fördern), zwei ISO-Standards mit nahezu identischen Zielsetzungen. Geld regiert die Welt, daher sind die genauen Umstände des Ergebnises etwas unklar. Einige Unregelmässigkeiten in nationalen Standardisierungsgremien traten auf, etwa ist nicht abschliessend geklärt, wie Norwegens Stimme bei einem Abstimmungsergebnis von 21 Gegnern und zwei Befürwortern als `JA` gezählt werden konnte, ebenso ist unklar, wieso das Gremium mancherorts, etwa in Schweden, aus einer Mehrheit an offensichtlich voreingenommenen Teilnehmern, beispielsweise Microsoft-Gold-Partnern, besteht.

Das Problem an Office `Open` XML ist der Umfang. Die Dokumentation umfasst grössere Mengen an Totbaumprodukten, 6000 Seiten Papier, um genau zu sein. Dieser Umfang, sowie diverse unklar oder gar nicht dokumentierte Funktionen machen es alternativen Office-Suiten praktisch unmöglich, das Format in seiner Komplettheit zu implementieren. Warum dann den ISO-Standard? Nicht etwa weil Microsoft die Interoperabilität fördern will, nein – sondern, weil immer mehr offizielle Stellen offen dokumentierte und standardisierte Formate verlangen.


Das FBI verbreitet zwar keine Kinderpornografie…

März 22, 2008

…gab dies aber vor. Ein Honeypot wurde eingerichtet und in `einschlägigen` Foren verlinkt. Der FBI-Server selbst enthielt keinerlei illegales Material (die verlinkte Datei war «verschlüsselt und nicht-pornografisch»), doch die Zugriffe wurden protokolliert und jeder, der sich verirrte, ob absichtlich oder nicht, bekam eine Hausdurchsuchung beschert. Einige Richter haben laut CNET dem Vorgehen des FBI zugestimmt und entschieden, dass der Besuch eines Links eine Absicht nahelege, an Kinderpornografie zu gelangen. Auch die Tatsache, dass der Angeklagte in diesem Fall bestätigterweise ein offenes WLAN betreibt, wurde nicht berücksichtigt.

In dieser Hinsicht scheint ein Anklicken eines Links schlimmer zu sein, als die Anstiftung zur Verbreitung von Kinderpornografie, wie es der FBI-Agent tat…

Havent’ seen her on the board before – if anyone has anymore, PLEASE POST.

…als er `seinen` Honeypot-Link verteilte.

Ein Dozent aus Pennsylvania, Roderick Vosburgh, wurde der Aussage seines Anwalts…

no reasonable jury could have found beyond a reasonable doubt that Mr. Vosburgh himself attempted to download child pornography

…zum Trotz angeklagt – er wird des Versuches, sich Kinderpornografie besorgen zu wollen, beschuldigt. Ein Thumbnail-grosses Bild mit zwei nackten Minderjährigen kommt erschwerend hinzu – da kann sogar die Tatsache, dass keinerlei weitere Bilder oder Videos sichergestellt werden konnten, getrost vernachlässigt werden…


Von `ProMedia` und einem `Versehen`…

März 11, 2008

…spricht man, wenn ein etwas fülliger Chefermittler der ProMedia GmbH freie, Creative-Commons-lizenzierte Musik von RapidShare löscht. Ein knappes Duzend Tage ist’s her, als ich mir ein solches Szenario rein theoretisch konstruiert habe, als aufgrund einer Computer-Bild-Reportage weithin bekannt wurde, dass ProMedia-Mitarbeiter Dateien bei RS.com direkt löschen können. Nun ist der GAU tatsächlich eingetreten, das Album «Das Kreft» des Netlabels Zellophon, das CC-lizenziert ist und von den Urhebern selbst bei RS.com eingestellt wurde, «[...] wurde im auftrag der proMedia GmbH (luengen@antipiracy.de) gelöscht. Um die genaue Begründung zu erfahren bitten wir sie diese zu Kontaktieren.», wie RapidShare sagt. Eine Nachfrage bei der ProMedia GmbH brachte nebst einer `Entschuldigung` die Ursache zutage – der «[...] Link wurde auf dem Gulli-Board mit vielen anderen urheberrechtlich geschützten Dateien (NOFX-Alben) gefunden und ist aus versehen mitgelöscht worden.» – wir hoffen doch alle, dass sich solcherlei Vorfälle nicht wiederholen, ansonsten könnten gewisse Personen auf unangenehme Gedanken kommen, etwa, dass sich die Mainstream-Labels von den Netlabels ins Abseits gerängt fühlen…