Jeder Rapidshare-Powersauger kennt sie, die `Downloadmanager` mit Namen wie CryptLoad, RSD oder Load!. Der Sinn davon ist u.a. das Laden von RapidShare.com ohne Premium-Account. Zu diesem Zweck kommt einerseits eine Captcha-Erkennung, andererseits ein Skript zur automatischen Neueinwahl des ADSL-Modems (zwecks Zuweisung einer neuen IP-Adresse) zum Einsatz. Dagegen soll nichts gesagt sein…
Diese Programme bieten aber auch so genannte `verschlüsselte` Container für die Rapidshare-Links an. Lädt man solch einen Container in eines der Programme, bekommt man die eigentlichen Links nie zu Gesicht – der Downloadmanager lädt die Dateien automatisch herunter. Damit soll verhindert werden, dass die Links dem RS-Abusedesk gemeldet und die Dateien dann gelöscht werden. Was sich unter klingenden Extensions wie RSDF oder CCF verbirgt hat mit `echter` Kryptografie freilich wenig zu tun. Eine kryptografisch sichere Lösung ist auch dann noch sicher, wenn der genaue Algorithmus bekannt ist, was man von RSDF, CCF & Co. nicht behaupten kann – würde man einen solchen Downloadmanager als OpenSource implementieren, wäre das entsprechende Containerformat keinen Pfifferling wert. Dies bestätigt auch `Load!` sehr deutlich – das Programm ist mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln gegen Debugger geschützt.

Zum einen mit UPX gepackt…

…zum anderen eine Überprüfung, um das De-UPX zu verhindern…

…so dass es erst nach einigen Änderungen im Assembler-Code läuft…
Auch das `Original`, CryptLoad, ist mit allen möglichen Mitteln gegen neugierige Blicke geschützt. Das .NET-Programm wurde so gepack, dass es nach aussen gar nicht nach einem CLI (.NET) – Binary aussieht.
Wie erwähnt, mit Kryptografie im engeren Sinne haben diese Tools nichts am Hut. Hingegen treffen sämtliche Kriterien für (schlechte) DRM-Mechanismen zu:
- Der Ersteller (hier: der Upper) kontrolliert die Daten
- Dem User (hier: dem Loader) werden diese Rechte nicht eingeräumt
- Programm- und Betriebssystemabhänhig
- Unwirksam bei offenem Quellcode, das Format bleibt geheim
- Leicht knackbar durch Abgreifen der Daten (hier: mit Wireshark die HTTP-Requests mitschneiden)
Somit erhält DRM einen Revival von einer Seite, von der man das überhaupt nicht erwartet hätte: Von den Piraten, die so stark gegen DRM gekämpft haben. Schade – zumal die MaFIA (Music and Film Industry of America) langsam einzusehen scheint, dass DRM nur die Kunden verärgert…
Menschen, die Warez-Links bei RapidShare.com verpetzen sind unangenehme Zeitgenossen, das ist klar. Aber das Problem sollte man nicht mit den schlechtesten Mitteln der `Konkurrenz` zu lösen versuchen…