Heute feiert Google…

…seinen zehnten Geburtstag. Dass Google von Sergey Brin und Larry Page in einer Garage gegründet wurde, ist gemeinhin bekannt – dies geschah am 7. September 1998, Heute vor relativ genau 10 Jahren (die genaue Tageszeit der Gründung ist nicht bekannt). Vorläufer war die Suchmaschine BackRub – eine Technologie, die bei den damaligen Portalen auf Abneigung stiess. Ja, Internetportale – erst Google brachte die Erkenntnis, dass eine Suchmaschine keine Wettervorhersagen oder News braucht, um Erfolg zu haben, in die breite Masse. Jahre später wird sich das mit der `personalisierten Startseite`, später `iGoogle` genannt, wieder ändern. Schon damals war bei Google im ersten Jahr ein Merkmal vorhanden, das man von vielen heutigen Web 2.0-Diensten kennt – ein `Beta`-Vermerk.

Von der beliebten Beta-Version…

Anfänglich war Google beliebt – 1999, zum Ende der Beta-Periode, wurden täglich bereits über eine halbe Million Suchanfragen verzeichnet. Dienste wie Google Groups, AdWords/AdSense, Google News und GMail sollten in den nächsten Jahren hinzukommen. Gut und schön, wäre da nicht die eine Sache…

…zur missliebigen Datenkrake

Schon relativ früh stellte sich heraus, dass Google nicht nur auf die gespiderten Ausschnitte aus Webseiten scharf ist. Google möchte irgendwann in der Lage sein, Fragen wie `Was soll ich morgen tun?` oder `Welchen Job soll ich morgen annehmen?` sinnvoll zu beantworten. Ob das möglich ist, sei dahingestellt – wenn es möglich wäre, müsste man in jedem Fall ein umfangreiches Wissen über das Privatleben des Suchenden haben – und genau darauf ist Google aus. GMail mit seinen bald 7GiB Speicherkapazität – nett für die User die keine Mails löschen müssen, aber auch nett für Google, da die Mails ewig zur Kombination zur Verfügung stehen (an dieser Stelle sei jedoch angemerkt, dass der oft kritisierte Paragraph der Nutzungsbedingungen, dass die Mails automatisch durchsucht würden, bei praktisch jedem anderen Freemail-Anbieter in ähnlicher Form zu finden ist – kontextsensitive Werbung ist nun einmal leider zeitgemäss). Zusammen mit den Daten aus Web-Suchanfragen, den News- und Usenet-Recherchen, Kalender-Einträgen, eingestellten Texten & Tabellen, eventuellen Blog-Posts oder -Kommentaren auf blogger.com sowie den Informationen, die aus den in vielen Seiten eingebundenen Google-Ads gewonnen werden können, lassen sich durch Kombination wohl einige persönliche Details erfahren, die man selbst lieber nicht veröffentlicht hätte.
Gerade der Kalender wurde kürzlich kritisiert, da anscheinend einige Personen unbeabsichtigt das `öffentlich`-Flag gesetzt haben, und danach Suchanfragen wie `Kreditkarte` Daten zu Tage gebracht haben, die man üblicherweise geheim halten will – gut, dafür kann Google nichts.

Unmut, verchromt!

Ebenfalls viel Kritik und Lob erntete der neue Google-Browser – Google Chrome. Während die Geschwindigkeit des kürzlich veröffentlichten und auf WebKit basierten Browsers gelobt wurde, sorgt insbesondere die Tatsache, dass in der Standardkonfiguration alles, was in das eine Eingabefeld getippt wird, an Google gesendet wird, für Unmut. Auch der anscheinend 1:1 von Google Docs kopierte, schon damals hart kritisierte und mittlerweile wieder entferne Passus der EULA, der besagte, dass man Google ein irreversibles Nutzungsrecht an allen übermittelten Daten einräume, sorgte für allgemeinen Missmut. Mittlerweile warnt laut Golem.de auch das deutsch BSI vor Chrome – aus sicherheitstechnischen Gründen sei die Anhäufung von Daten bei einem einzelnen Unternehmen kritisch. Völlig korrekt!

Die Zukunft…

…liegt laut Google in Webapplikationen. Darauf ist Chrome ausgelegt, dafür wurde Google Gears entwickelt. GMail, Google Docs (Texte & Tabellen) und Google Calendar illustrieren diese Idee. Als Nebeneffekt würden eventuell sogar die oben genannten Zukunftsfragen von Google beantwortet. Nur – will man das wirklich? Diese Frage mag jedermann für sich entscheiden.

`Aber du…

…benutzt doch auch GMail!` – Korrekt. Ich benutze tatsächlich GMail, um automatisch generierte Blog- und Board-Benachrichtigungen zu verwalten. Mit dem Webfrontend von GMail kann sich kein anderer Freemailer messen. Allerdings blocke ich sämtliche Cookies, die nicht direkt von mail.google.com stammen. Hiermit wünsche ich Google viel Spass mit der Information, dass ich blogge und unter dem Nick `Kugelfisch23` im gulli:board registriert bin.

Last but not least, trotz allem – Happy Birthday, Google!

5 Antworten zu „Heute feiert Google…“

  1. Paranoid Chesus sagt:

    Google weiß aber nun nicht nur, daß Du auf dem g:b registriert bist, sondern auch, für welche Themen Du Dich (dort) interessierst. Weiterhin weiß es durch die nun bekannte Information, daß Du g:b-User bist, auch, wann Du online warst, um was zu posten, bzw wie oft Du Dich in diesemBoard aufhälst, also auch, wie wichtig es Dir ist, ebenso wie daß es weiß, wie oft und lang Du quasi generell schonmal *mindestens* online bist. Das kombiniert mit den Themen, die Du selber ansprichst und dem, was Dich nur interessiert, sagt auch schon mehr, als was man möchte. Nur durch eine Registrierung bei einem Mailanbieter.

    Andererseits könnte man noch damit ankommen, daß man Board und Mail nur per Tor benutzt und somit niemals die Verknüpfung Kugelfisch23 mit Deiner „wirklichen“ Person zustandekommt. Das wäre aber wiederum ungut, weil das Boardsystem für User kein SSL besitzt und PNs somit ungeschützt über Tor-Server gehen.

    Alles nicht so einfach, das. ;)

  2. kugelfisch sagt:

    Google weiß aber nun nicht nur, daß Du auf dem g:b registriert bist, sondern auch, für welche Themen Du Dich (dort) interessierst.

    Diese Information ist öffentlich…
    http://board.gulli.com/search.php?do=finduser&u=477108

    …genau wie viele der anderen angesprochenen Informationen. Vielleicht nicht auf dem Silbertablett serviert, aber öffentlich. Ich würde *nie* GMail als private Mailadresse verwenden. Dafür geht nichts über einen eigenen Mailserver. Der wiederum ist jedoch ganz und gar nicht ideal, wenn man – zumindest ein wenig – Anonymität will. Im Bereiche Freemailer hat man sowieso eine ungute Wahl – die selbsternannt `sicheren` Mailer wie Hush (denen ich persönlich nicht vertraue), die deutschen Provider wie GMX, die gar die Angabe einer Anschrift fordern, GMail mit seinem Google-Hintergrund… Alles Dinger, die ich für meinen privaten E-Mail-Account nicht würde haben wollen.

    Dir Tor-Problematik ist ein anderes Thema. PNs sind das eine – wesentlich schwerer wiegen die Login-Daten resp. Session-Cookies, die bei jedem Request ans G:B übermittelt werden (müssen). Wer die hat, kann sämtliche PNs lesen. ;)
    Von daher: G:B ohne Tor.

  3. Paranoid Chesus sagt:

    Gut, stimmt. Die Information, die entsteht, ist „Kugelfisch23 vom g:b hat einen gmail-Account“, bzw eben andersrum. Nunja. Man muß dann halt wirklich diese Einheit komplett getrennt von anderen Dingen -speziell Google-Services- halten. Nur das einmalige Aufrufen der Mails ohne Tor und beispielsweise eine Suche bei Google und danach ein paar YouTube-Videos geben der Sache schon wieder mehr Halt. Aber wem sag ich das. ;)

    Ja, Tor ist in Boards doof wegen Login und PNs, etc. Du hast aber recht, daß ich vorhin gleich, bzw nur von PNs geredet hab, anstatt gleich von den Login-Daten. :)

  4. kugelfisch sagt:

    Gut, stimmt. Die Information, die entsteht, ist “Kugelfisch23 vom g:b hat einen gmail-Account”, bzw eben andersrum.

    Ja. Das ist mir klar (und habe ich auch so erwähnt), aber solange es dabei bleibt, ist mir das egal. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

  5. 8bitNerd sagt:

    Bin selber Gmail Benutzer und habe nichts gegen Google Datenauswertung, solange die Inhalte meiner Mails nicht per Google-suche zu finden sind.

    Allerdings hab ich zwei unterschiedliche Accounts, einen für das Internet Allgemein und einen zweiten für Private dinge, für alles andere gibt es GNU Privacy Guard.

    Zu Google Chrome kann ich nicht viel sagen, da mir keiner anderer Browser außer Firefox und Opera auf die Festplatte kommt, never change a running system.

    Glückwunsch Google, sollst du ersticken in deiner Datensucht. xD

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