RapidShare: ProMedia mit Löschrechten?
Eine ansonsten eher als minderwertig betrachtete Computerzeitschrift - ComputerBild - hat vor kurzem einen interessanten Video-Bericht über die Tätigkeit der allseits geliebten Musik-Piratererie-`Detektiven` ProMedia veröffentlicht. Interessant nicht vom eigentlichen Inhalt her (es ist der gefühlte zweiundvierzigste Bericht zu dieser Thematik) sondern, weil - wenn auch nur kurz - ein anscheinend internes Formular von RapidShare gezeigt wird, mit dessen Hilfe die ProMedia-Mitarbeiter gehostete Dateien direkt löschen können.

Sollte sich dies nicht in naher Zukunft als filmtechnische Fälschung herausstellen, wird die RapidShare AG wohl keine Freude haben, dass die ProMedia dies Formular dem ComputerBild-Filmteam und somit der Öffentlichkeit vorgeführt hat, zumal die Zuverlässigkeit von RapidShare im legalen Filehosting-Bereich durch die Tatsache, dass fremde Unternehmen ohne Kontrollen oder Nachfragen beliebige Dateien löschen können, nicht erhöht wird. Wenn der Abusedesk von RS.com auf `Anfrage` beliebige Dateien löscht, ist dies eine Sache. Löschrechte an Dritte zu vergeben, noch dazu an private Unternehmen, die unter anderem für den Missbrauch der Staatsanwaltschaften bekannt sind, ist ein anderes Paar Schuhe…
März 2, 2008 um 8:06 Uhr nachmittags
Dass es sowas bei Rapidshare gibt, war für mich schon länger klar.
Es gab im gulli:board uploads, die innerhalb 3 Minuten (und zwar um ein Uhr morgens) gelöscht wurden. Wenn ich mir dann deinen Artikel über das Löschen von Dateien anschaue (http://kugelfisch.wordpress.com/2007/12/03/rapidshare-wie-leicht-haben-es-petzen-wirklich/), habe ich keine Zweifel mehr an diesem Formular.
März 2, 2008 um 8:23 Uhr nachmittags
ein älterer Artikel auf heise bestätigt dass ganze nochmal:
http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/86685
Seit etwa zwei Jahren hat RapidShare zum sofortigen Löschen solcher Links – Rasch spricht von 27.000 in einem Monat – proMedia eine eigene Eingabemaske zur Verfügung gestellt.
März 5, 2008 um 7:59 Uhr nachmittags
Der scheint “etwas” zu viel vorm Pc zu sitzen, der gute :O
März 5, 2008 um 10:40 Uhr nachmittags
Ja. ClemensBW, du hast übrigens eine Exception in einem deiner Blogskripte…
März 8, 2008 um 10:07 Uhr nachmittags
Hallo!
Ich weiß nicht ob das RapidShare so gefällt wenn ComputerBild das gefilmt hat…
Aber witzig an der Reportage ist auch die Ausdrucksweise:-D:
und jetzt such ich ne deutsche ip ääh
mach hier einen doppelklick
und schon läuft hier durch den monsun
ääh äh kommt hier die mussisch schon auf meine fes. äh meine festplatte runtergelaufen (?)
Sobald der download äh äh startet, lassen wir einen packetfilter mitlaufen, der alles das dokumentiert was aus der ferne auf meinen computer rübbergespuhlt wird. … wird dokumentiert über schkreenschods (vll screenshots?)
März 11, 2008 um 4:58 Uhr nachmittags
hmm, was soll Rapidshare sonst machen, obwohl doch feststeht, dass 95% der gehosteten Daten Raubkopien sind? Natuerlich ist das nicht besonders von Vorteil weder fuer die User noch für die AG selbst. Aber im Endeffekt müssen sie das machen.
Wir wollen doch alle, dass dieser Service weiter erhalten bleibt. Die ProMedia Angestellten sind trotzdem assoziale Arschloecher. 70% der Deutschen sharen und das zu recht.
März 11, 2008 um 5:38 Uhr nachmittags
RS.com ist nur verpflichtet, nachweislich illegale Dateien bei Beschwerden zu löschen. Man könnte aber, vollkommen legal, solcherlei Meldungen nur schriftlich und mit korrektem Rechtenachweis entgegennehmen, und der ProMedia das Leben möglichst schwer machen.
Kein Gesetz verpflichtet RS.com dazu, fremden Unternehmen Löschrechte auf ihrem System zu erteilen.
März 11, 2008 um 11:43 Uhr nachmittags
Von ProMedia und einem `Versehen`…
…spricht man, wenn ein leicht übergewichtiger ProMedia-Mitarbeiter freie, Creative-Commons-lizenzierte Musik von RapidShare löscht. Ein knappes Duzend Tage ist’s her, als ich mir ein solches Szenario rein theoretisch konstruiert habe, als…
März 18, 2008 um 2:08 Uhr vormittags
sehr viel auf dem Kasten haben diese ProMedia Mitarbeiter aber nicht!
Wer ich dort angestellt (als “Raubmordkopierer” bei ProM arbeiten
, na dann würd ich aber mal fix ein Tool basteln um sämtliche RS links von einer Warez-Seite zu bekommen
und vielleicht auch noch Progs wie z.b. YCJ hernehmen um den programmiertechnischen Aufwand ein wenig zu dezimieren
und dann würden tägl. Terabyteweise links geabused
aber zum Glück arbeiten dort ja nur sehr korpolente Deppen die nicht mal wissen was sie eigentlich daher labbern… zzz
Mai 16, 2008 um 4:16 Uhr nachmittags
[...] RapidShare: ProMedia mit Lschrechten? Wie benutzt man einen Proxy?? Provider sollen Raubkopie-Verteiler enttarnen Knnen wir eig. in den Knast wandern/Geldstrafe zahlen?? Straf- und zivilrechtliche Aspekte? @Halskrause Ich kann die Rechte an meinen eigenen Musikstcken bertragen wenn ich lustig bin. [...]
Mai 21, 2008 um 4:52 Uhr nachmittags
[...] - So oder so ähnlich muss es wohl bald heißen. Denn seitdem einige einige private Unternehmen Löschrechte besitzen, sind aktuelle Kinofilme oder neue Alben binnen Sekunden wieder [...]
Mai 22, 2008 um 5:42 Uhr nachmittags
Worüber regt Ihr euch eigendlich auf? Hier wurde doch schon gesagt, dass es rapidshare scheissegal ist was genau für Dateien gelöscht werden, solange man nur einen Namen eine Adresse und eine Mailadresse angegeben hat. Wenn sie also so oder so die Links löschen würden, die ihnen Pro Media nennt, so ist es doch nur ökonomisch, die den Kram selbst löschen zu lassen, statt wertvolle bezahlte Mitarbeiterzeit dafür aufzuwenden.
Außerdem kann man so nach außen immer sagen, dass man die ganzen illegalen Downloads eh nie wollte und deshalb selbstverständlich alle notwendigen Schritte unternimmt, um solche Downloads zu unterbinden. Ist doch klar dass Leute, die 5Gig am Tag laden wollen nur mal eben ein paar Urlaubsfotos der dort gemachten Bekanntschaft herunterladen möchte und dafür gerne bereitwillig 9 Euro im Monat bezahlt.
Juni 20, 2008 um 12:39 Uhr vormittags
Sorry, aber ich finde bei dieser Diskussion um die vielzitierte “Löschmaske” für “Piratenjäger” wird Rapidshare zu Unrecht der schwarze Peter zugeschoben!
Letztenendes ist es sogar das Beste was sie tun können!
Allein ProMedia z.B. behauptet ja das sie ca. 30.000 Links im Monat melden/löschen würden und ich bin mir sicher, dass 99% dieser Meldungen (im juritischen Sinne) auch berechtigt sind.
Rapidshare hat jetzt 3 Möglichkeiten:
a) Sie bearbeiten und prüfen von Hand zehntausende von Mails, stellen zu diesem Zweck die halbe Schweiz als neue Mitarbeiter ihrer Abuse Abteilung ein und verdoppeln mindestens die Kosten für Premium-Accounts. (Wobei die Links dann immer noch gelöscht werden).
b) Sie ignorieren die Mailberge, müssen sich vorwerfen lassen ihrer Aufsichtspflicht nicht nachzukommen und machen den Laden (zumindest mit Postfach in der Schweiz) dicht!
c) Sie geben ProMedia und co. einfach eine Löschmaske, dann können diese sie nicht mehr wegen Unterlassung ihrer Pflichten anklagen, es spart Mitarbeiter und die Links werden eh so oder so gelöscht!
Es war das Vernünftigste, was Rapidshare tun konnte!
Juni 20, 2008 um 2:50 Uhr vormittags
Nein, meiner Ansicht nach nicht. 30′000 Links implizieren ja nicht 30′000 Mails (ganz nebenbei halte ich diese Zahl für übertrieben). Aufwand hin, Aufwand her - die Problematik, dass RapidShare ein gewaltiges Stück Kontrolle aus den Händen gibt, bleibt. Immerhin - seit dem Relaunch hat RS.com (vermutlich aufgrund der Löschpannen in letzter Zeit) die Möglichkeit geschaffen, seinen Premium-Account verifizieren zu lassen, wodurch die hochgeladenen Dateien (angeblich) vor `versehentlichem` Löschen sicher sind.
Juni 20, 2008 um 11:26 Uhr nachmittags
Nun zunächst ist die deutsche ProMedia ja nur eine von vielen Agenturen und auch nur für Musik zuständig. Ich bin sicher es gibt noch wesentlich mehr “Stammkunden” der Abuse-Abteilung, von denen einige ebenfalls Zugriff auf die Löschmaske spendiert bekamen, da sonst Rapidshare in den Beschwerdefluten versinken würde.
Zweitens ist das lesen der Mails ja nicht das eigentliche Problem. Selbst wenn sie 1000 Links mit einer Mail bekommen, müsste nach eurer Auffassung das Rapidshare Support-Center erst einmal 1000 Dateien von den eigenen Servern (in den USA) laden, sich unter Umständen noch die Passwörter aus den Boards geben lassen, um danach das ganze Material zu sichten und schließlich noch den Copyrigth Holder kontaktieren, um sicherzustellen, dass die Daten nicht vielleicht von Sony BMG ect. selbst hochgeladen wurden (haha). Wobei 99,9% aller Fälle so oder so damit enden würden, dass die Daten dann gelöscht werden.
Frage: Was hättet ihr denn anstelle von Rapidshare getan?
Eine Riesen Abuse-Abteilung aufgebaut, die dann doch dasselbe macht wie die Löschmaske, aber die Rapidshare Account-Preise in die Höhe treibt?
Naja, das Verifizieren von Premium-Accounts ist sicher eine gute Idee, so sind die paar Bands, die legal ihr Zeug auf Rapidshare hosten vor eventuellen Pannen geschützt. Wobei dies nur für angemeldete Firmen möglich ist, da man einen Gewerbenachweis vorlegen und dabei versichern muss kein illegales Material zu hosten.