Den Beweis dafür, dass einmal vorhandene Daten Begehrlichkeiten wecken…

…hat die Volksbank in Stuttgart soeben erbracht. Zur Verfolgung einer `fäkalen Verunreinigung` - der Bereich um einen Geldautomaten wurde mit von Hundekot verunreinigten Schuhen betreten - wurden die Überwachungsvideos sowie die Kundendatenbank und die Aufzeichnungen des Geldautomaten gesichtet. Der Mutter der dreieinhalbjährigen Übeltäterin wurde eine persönlich adressierte Rechnung über 52.96 € zugestellt - einen doch recht kleinen Betrag, beachtet man den Imageschaden (immerhin berichten neben den lokalen Nachrichten auch Golem und Heise über den Vorfall) und den unangenehmen Fragenkatalog, den die Aufsichtsbehörde für Datenschutz eingereicht hat. So unangenehm Hundekot auch sein mag - es ist zu vermuten, dass die durch die Nachforschung entstanden Kosten höher als die Kosten für die Reinigungskräfte waren. Ausserdem ist fraglich, in wie weit die Mutter in diesem Fall überhaupt für ihr Kind haftet.

Update: Den Stuttgarter Nachrichten zufolge stellt die Bank den Vorfall etwas anders dar - die Sprecherin, Isabell Sprenger, meint, es gehe aus den Überwachungsvideos eindeutig hervor, dass «es [...] sich nicht um einen Hundehaufen gehandelt [hat], der von außen hereingetragen wurde», sondern «eine massive Verunreinigung durch das Kind» vorliege, und die Mutter bemerkt habe, wie sich die Tocher erleichtert habe…

Update 2.0: Nachdem sich der Fall - wie es zu Ahnen war - zu einem PR-Super-GAU für die Bank entwicklt hat, verzichtet sie nun `grosszügigerweise` auf die 52.96€, ohne in der Stellungnahme dazu auf die Datenschutzbedenken einzugehen. Vermutlich zu spät, um den ins Rollen geratenen Stein - genauer gesagt: das Interesse der Datenschützer an diese Fall - noch stoppen zu können…

Update 3.0: Das Vorgehen der Bank wurde für unverhältnismässig befunden. Die Videoaufzeichnungen und die geloggten Daten des Bankautomaten hätten nicht genutzt werden dürfen.

Ja, die Möglichkeiten der heutigen Technik sind wirklich toll…

5 Antworten zu “Den Beweis dafür, dass einmal vorhandene Daten Begehrlichkeiten wecken…”

  1. AMUNO sagt:

    Juhuuu, mal ganz davon abgesehen, wie wir die moralische Keule schwingen wollen ( mal ehrlich, wenn die Mutter gesehen hat, dass die Tochter da ihr Geschäft verrichtet, während sie geschäftlich in der Bank verkehrt und dann mit der Tochter verschwindet… ;) so sprechen wir hier über eine Bank. Ich dachte bisher, dass gerade die Banken sehr viel Wert auf Datenschutz und Geheimnisse legen? Zumindest wird sich die Bank vielleicht überlegen ob die erhaltenen 50 € den Imageschaden wieder reingespielt haben…

  2. Max sagt:

    Das nennt man doch Überwachungsstaat…

  3. SammelSchrott sagt:

    Scheißkosten

    Dazu das ein Kreditinsitut, genauer gesagt die Stuttgarter Volksbank, von der Mutter eines dreieinhalb Jahre alten Kindes 52,96 EUR verlangt da Ihr Kind eine fäkale Verunreinigung mit Dreck Reinigungskosten verursacht hat und diese dann doch nicht meh…

  4. LastGunman sagt:

    Man könnte mit etwas Phantasie behaupten, die Kleine schei… auf den Kapitalismus

  5. Linksgewinde sagt:

    Hundescheiße im Schalterraum

    Eine Bank Degerloch hatte einer Frau eine Rechnung über 52,96 € geschickt weil ihre Tochter mit Hundekot an den Schuhen den Schalterraum verunreinigte. Das könnte man ja einsehen, wäre da nicht die Art und Weise wie die Bank der Kundin auf die Sch…

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