«Ich habe nichts zu Verbergen» ist neben «Wer nichts zu Verbergen hat, hat nichts zu befürchten» das Argument der Überwachungs-Befürworter. Selbst Schäuble himself argumentiert mit `ausserdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken`. Wie wenig diese Leute vor der Polizei und dem Staat auch zu verbergen haben mögen – ich denke kaum, dass sie diese Daten öffentlich machen würden. Angesichts der erfolgreichen chinesischen Angriffe auf den Bundestag und der trojanerbehafteten Maxtor-Platten stellt sich dann doch die Frage, wie gut die Daten gegen Zugriffe von aussen geschützt sind.
Wie ausserdem in informierteren Kreisen oft sehr treffend gesagt wird: `Daten wecken Begehrlichkeiten`. So könnte ein Polizeibeamter die zentrale Datenbank, gäbe es denn eine, für private Zwecke missbrauchen, etwa um zu überwachen, ob ihm seine Freundin treu ist. Und selbst wenn gesagt wird, die Daten der verschiedenen elektronischen Dokumente würden nicht zentral gespeichert – die Dokumente und die Lesegeräte sind Black-Boxen, den Benutzern unbekannt. 
Wie gut unsere Daten bei Vater Staat geschützt sind, zeigt auch die neuliche Datenpanne bei der Polizei Darmstadt. Über einen angeblich `nicht öffentlichen` Presseverteiler wurden versehentlich vetrauliche Daten bezüglich Objekt- und Personenschutz versendet – `ein bedauerliches menschliches Versagen`…
Und sowas will unsere vertraulichen Daten ?!?
Wie wir alle wissen: «Not being paranoid does not mean they are not after you». Wer diesen Eintrag als Antwort auf eine «Ich habe nichts zu Verbergen»-Aussage verlinken möchte, für den ist die Mini-URL `http://href.to/2fH` reserviert.

November 13, 2007 um 11:23
Apropos, im Linuxmagazin war neulich ein interessanter Artikel ueber die Moeglichkeit zwischen der Hardware und der Benutzersoftware zu Ueberwachungszwecken eine Virtualisierungsschicht einzuziehen. Sicherlich recht aufwaendig in der Realisierung, aber eine praktisch nicht zu entdeckende Methode. Hoechstens “unangemeldeter” Hardwaretausch koennte etwas ans Licht bringen.
November 13, 2007 um 11:32
Die Virtualisierungsschicht wäre aber im Kernel, oder?
Was, wenn ich diesen auswechsle?
November 14, 2007 um 12:38
Ich glaube die Idee geht tiefer. Du installierst auf beliebiger Hardware(hier ist das zum Glueck ein grosses Problem…) ein System, welches genau den gleichen Computer emuliert, aber zwischendurch alle Kommunikation mitliest…
Das System haette dann aber die Komplexitaet eines normalen OS und die Hardwarehersteller muessten kooperieren, etc. Bisher kann sowas nicht funktionieren, aber irgendwann haben wir wahrscheinlich keinen physischen Zugriff auf die Hardware die wir benutzen sondern mieten vielleicht nurnoch Rechenzeit… ?
November 30, 2007 um 1:00
[...] Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt… …ersteres über die Entscheidung des Bundesrats, den Rechteinhabern keinen Zugriff auf die Vorratsdaten zu gewähren, zweiteres über die Mehrheit, die für die Vorratsdatenspeicherung war – somit ist es jetzt offiziell: Der Bundesrat winkt die VDS durch. Ein klar verfassungswiedriges Gesetz soll in Deutschland also doch ab 2008 in Kraft treten, wäre da nicht der AK Vorrat, der dies – wohl als `Staatsfeind Nr. 1` – glücklicherweise zu verhindern versucht. Dazu soll eine Verfassungbeschwerde eingelegt werden, für die sich schon viele tausend Personen vertreten lassen. Weiter so, denn ich habe nicht nichts zu verbergen. [...]