EU gegen Microsoft-Monopol
Vor einem Monat hatte der europäische Gerichtshof Microsoft dazu verdonnert, die Schnittstelleninformationen für Entwickler offenzulegen. Nach Ansicht (die sich im übrigen mit der meinigen deckt) des Gerichts nutzt Microsoft seine Marktmacht aus, um die Kommunikationsfähigkeit von Windows mit alternativen Betriebssystemen künstlich einzuschränken. So ist etwa das SMB (Server Message Block)-Protokoll, das Windows zum Dateitausch nutzt, nicht offen spezifiziert, so dass die Entwickler der freien Impementation Samba dieses durch Reverse-Engineering erkunden mussten. Ohne Samba wäre etwa ein heterogenes Netz aus Windows-Clients und Linux File-/Loginservern nicht zu realisieren.
Microsoft nimmt das Urteil, die Informationen innert 120 Tagen zu veröffentlichen, an. Gleichzeitig werden die Lizenzkosten für solcherlei Informationen auf 10000 Euro einmalig (ohne Patente) oder 0.4% Umsatzbeteiligung (mit Patenten). Letztere Möglichkeit könnte für die Entwickler freier Software interessant sein - mit einem Umsatz von 0.00 Euro!