Frankreich hat anscheinend dem Druck der MaFIA (Music and Film Industry of America) nachgegeben – die französische ISP-Vereinigung AFA will `konkrete Massnahmen` zur Unterbindung von `Internetpiraterie` ergreifen, wie unter anderem Golem und Gulli berichten. Die Kulturministerin befürwortet diesen Schritt, da `man nicht wolle, dass alle Kultur kostenlos sei`, denn `was kostenlos ist, ist auch nichts wert` – eine höchst amüsante Argumentation an sich, die für eine Politikerin doch arg schwach ist.
Zur technischen Umsetzung wird wohl ein angeblich `von der Politeibehörde betriebenes` Netzwerk im Stil von MediaDefender (der höchst umstrittenen MaFIA-Abmahnfirma) aufgezogen, dass Suchanfragen und Downloads simulieren wird – so sollen IP-Adressen ermittelf werden, mit deren Hilfe dann die ISPs die Identität des Kunden feststellen sollen.
Der MaFIA, respektive der französischen Vertretung, geht das freilich noch nicht weit genug. Man wolle ein System, das es erlaubt, Filesharing-`Kriminelle` sofort und `angemessen` zu bestrafen – änhlich den Strafzetteln wegen Falschparkens. Anders ausgedrückt: Eine Lizenz zum Gelddrucken auf Kosten der Konsumenten.
Das einzig vernünfitge Mittel um gegen Tauschbörsen vorzugehen ist nach wie vor der Ausbau der legalen Angebote – nicht die Kriminalisierung der (potenziellen) Kunden. Ich rede nicht von DRM-Verseuchten, überteuerten Angeboten und auch nicht von DVD-on-Demand-Portalen, für die man einen neuen DVD-Brenner kaufen muss, sondern von schnellen, günstigen und qualitativ hochwertigen Angeboten – dafür könnte man wohl 90% der Tauschbörsennutzer (wenn nicht mehr) begeistern, wie man am Erfolg von AllOfMP3 und Konsorten sieht. Die User wollen schnelle Downloads günstiger und qualitativ hochwertiger Musik im MP3-Format – und nicht DRM-WMAs, die nur unter Windows und auf den wenigsten `normalen` MP3-Playern funktionnieren…
Wenn sich dieses `Bestrafer-Denken` der MaFIA auch in andren Ländern weiter verbreiten sollte, werden wohl anonyme Tauschbörsen wie Mute schnell Zulauf erhalten…